Kapitel: Mentaltraining allgemein

Wann soll ich das trainieren? Ich bin doch kaum auf dem Wasser.

Segeln ist aufwendig. Anfahrt, Aufriggen, zwei Stunden Wasser, Abriggen, Rückfahrt – für zwei Stunden Training gehen fünf Stunden weg. Dazu ganze Monate, in denen wegen Frost und Eis gar nichts läuft. Und bei Kindern hängt jede Einheit am Elterntaxi. Rechne es einmal durch. Ein Jugendlicher mit einem Training pro Woche von April bis Oktober und […]

Ab welchem Alter ist das sinnvoll?

Komplexe Technik lernen Kinder am besten zwischen etwa neun und dreizehn, mentale Verfahren greifen ab ungefähr zehn bis zwölf. Bei Jüngeren arbeiten wir spielerisch über das Boot und über Selbstwirksamkeit, nicht über Methodenlehre.

Gibt es eine Altersgrenze nach oben?

Nein. Wiedereinsteiger nach zwanzig Jahren Pause und Menschen, die sich mit sechzig ihren Traum vom eigenen Schiff erfüllen, gehören zu den dankbarsten Anliegen, die es gibt.

Was ist Mentaltraining überhaupt?

Alles, was du an deinem Boot einstellst, stellst du außerhalb deines Kopfes ein. Mentaltraining ist die Arbeit an dem, was innen läuft: wie du dich vor dem Start beruhigst, wie du nach einem Fehler weitermachst, wie du unter Druck entscheidest, wie du acht Stunden Flaute aushältst, ohne dich zu verlieren. Es ist Training, kein Gespräch […]

Ist das Therapie?

Nein. Wir arbeiten mit gesunden Menschen an Leistung, Sicherheit und Genuss, nicht an Krankheitsbildern. Uns anzufunken soll sich anfühlen wie Lust auf Freiheit und das schönste Segeln deines Lebens, nie wie ein Arztbesuch.

Bleibt das unter uns?

Ja, und zwar ohne Hintertür. Was in einer Einheit besprochen wird, bleibt dort. Über diese Vertraulichkeit verfügt eine einzige Person, und das ist die, die trainiert wird. Nicht wir, nicht wer bezahlt, nicht wer vermittelt hat. Das gilt auch dann, wenn Eltern buchen, wenn ein Verein beauftragt oder wenn eine Crew gemeinsam trainiert. Weitergegeben wird […]

Was ist der Unterschied zu Psychotherapie?

Psychotherapie behandelt Störungen mit Krankheitswert und gehört in die Hände von Ärztinnen, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Mentaltraining trainiert Fähigkeiten, die jeder Mensch hat und ausbauen kann: Aufmerksamkeit steuern, Anspannung regulieren, mit Fehlern umgehen, Ziele setzen und verfolgen. Wir stellen keine Diagnosen und behandeln nichts.

Warum nennt ihr es nicht überall „Mentaltraining“?

Weil das Wort viele abschreckt und auf einer Website schnell leer läuft. Wir sagen genauso: Kopfarbeit, mentale Seemannschaft, Gelassenheit lernen, Souveränität aufbauen. Und wir sagen es oft über den Nutzen: Grundlagen für Genuss, Grundlagen für Leistung, Grundlagen für Erfolg.

Und der Unterschied zu einem Coach oder Lebensberater?

Das Feld. Wir kennen den Ort, an dem du anwenden musst, was du bei uns lernst, weil wir selbst Segler sind, mit eigenen Stärken und Schwächen. Vieles haben wir am eigenen Leib erlebt. Ein allgemeiner Coach muss sich erklären lassen, was ein Leinenlos in einer engen Box bei Seitenwind bedeutet. Wir waren schon dort, das […]